Die Taufe

So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. (Mark 1,4)

Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! (Mt 28,19)

Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln. Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein. (Röm 6,3-5)

 

Bereits Johannes taufte die Menschen mit Wasser als Zeichen der Reinigung von ihren Sünden. Die Taufe im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes wird ebenfalls mit Wasser gespendet und behält damit dieses Symbol bei, geht jedoch weit über die Taufe des Johannes hinaus. In dieser Taufe erleben wir das Bad der Wiedergeburt, wir werden zu neuen Menschen. Christus nimmt uns hinein in sein erlösendes Sterben am Kreuz und befreit uns von der Macht der Sünde. Durch die Taufe werden wir Teil der Kirche, wir werden zu Gliedern am Leib Christi.

Die Taufe geht auf den direkten Befehl Jesu zurück und wird von allen christlichen Konfessionen praktiziert. Im Gegensatz zum Abendmahl wird sie sogar interkonfessionell anerkannt, d. h. ein Protestant, der zur katholischen Kirche übertritt, wird nicht noch einmal getauft. Die einzige Ausnahme bildet die Säuglingstaufe, die nicht von allen Konfessionsgemeinschaften als gültig anerkannt wird.

Der Grund für die Einführung der Säuglingstaufe hängt eng mit dem Konzept der Erbsünde zusammen (siehe Einheit 5). Gegner der Säuglingstaufe argumentieren oft, dass sich Säuglinge im Zustand der Unschuld befänden und somit keine Sünden hätten, von denen sie gereinigt werden müssten. Diese Aussage ist richtig, sofern man sich auf Sünden im Sinne von Handlungen bezieht. Aber auch der Säugling befindet sich bereits unter der Macht der Sünde, der er durch die Taufe entzogen werden kann. Ein weiteres Argument gegen die Säuglingstaufe lautet, dass eine Taufe nur Gültigkeit habe, wenn sich der Täufling bewusst für diese entscheidet – was bei einem Säugling offenkundig nicht der Fall ist. Befürworter der Säuglingstaufe hingegen argumentieren, dass Gott letzten Endes der Handelnde bei der Taufe ist. Die Taufe ist ein unverdientes Geschenkt Gottes, zu dem der Täufling nichts beigetragen hat. Bevor wir uns für Gott entscheiden können, hat sich Gott schon für uns entschieden.