4.1.6. Fragwürdige Stellungnahmen

Immer wieder fällt die EKD bzw. eine einzelne Landeskirche durch Stellungnahmen auf, die sich mit der gesunden Lehre der Kirche Jesu Christi nicht vereinbaren lassen. Zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit seien hier genannt.

2013 veröffentlichte die EKD die Schrift „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“, mit der das klassisches Ehe- und Familienbild endgültig aufgegeben wurde. In der Schrift heißt es als Begründung:

„Angesichts der Vielfalt biblischer Bilder und der historischen Bedingtheit des familialen Zusammenlebens bleibt entscheidend, wie Kirche und Theologie die Bibel auslegen und damit Orientierung geben. Ein normatives Verständnis der Ehe als ‚göttliche Stiftung‘ und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Schöpfungsordnung entsprechen nicht der Breite des biblischen Zeugnisses.“

2018 beschloss die Evangelische Kirche im Rheinland eine Positionsbestimmung „Für die Begegnung mit Muslimen“, in der sie die Missionierung von Muslimen ablehnte:

„Jesus Christus selbst wendet sich unterschiedlichsten Menschen in Liebe zu und ist Christen und Christinnen darin ein Vorbild auch in der Begegnung mit Muslimen und Musliminnen. Die Landessynode ermutigt die Mitglieder der Evangelischen Kirche im Rheinland dazu, ihren eigenen Glauben im Dialog zu erklären und freimütig zur Sprache zu bringen. Der Dialog zielt auf das gegenseitige Kennenlernen, das gemeinsame Handeln, das Aushalten von Differenzen sowie eine vertiefte Wahrnehmung der je eigenen Traditionen, nicht aber auf eine Konversion zur jeweils anderen Religion.“